Dieser Artikel beschreibt die Konfiguration des Cyber Guru Connectors in Exchange Online, basierend auf der Authentifizierung mittels TLS-Zertifikat und beschränkt auf die Simulationsabsenderdomains.
Diese Konfiguration ist die von der offiziellen Microsoft-Dokumentation empfohlene Lösung, um das von Exchange Online Protection auf Phishing-Simulationsmails angewendete Throttling zu vermeiden.
Für wen ist diese Anleitung gedacht?
Diese Anleitung richtet sich an Microsoft 365 Cloud-Tenants, bei denen eingehende E-Mails direkt an Exchange Online Protection zugestellt werden, also ohne vorgeschalteten Drittanbieter-Antispam oder E-Mail-Gateway.
Um zu überprüfen, in welchem Szenario Sie sich befinden, genügt ein Blick auf den MX-Record Ihrer E-Mail-Domain:
- Öffnen Sie MXToolbox, geben Sie Ihre E-Mail-Domain ein (z. B.
unternehmen.de) und klicken Sie auf "MX Lookup". - Beachten Sie die Werte in der Spalte Hostname.
- Wenn der MX-Record auf
<domain>.mail.protection.outlook.com(oder generell auf einen Host*.protection.outlook.com) zeigt, werden die E-Mails direkt an Microsoft zugestellt: diese Anleitung gilt für Ihren Tenant. - Wenn der MX-Record auf einen Drittanbieter-Antispamdienst (z. B. Libraesva ESG oder andere Gateways) zeigt, werden die E-Mails zunächst vom Antispam verarbeitet und erst danach an den Tenant weitergeleitet: In diesem Fall ist diese Anleitung nicht anwendbar. Bitte nutzen Sie stattdessen die Anleitung Erstellung Microsoft Connector zum Antispam-Bypass oder nehmen Sie das Whitelisting direkt im Antispam gemäß der Dokumentation des jeweiligen Anbieters vor.
Warum ist der Connector notwendig?
Phishing-Simulationskampagnen beinhalten naturgemäß das Versenden großer Mengen von E-Mails von einer externen Infrastruktur an den Tenant des Kunden. Die Anti-Abuse-Engine von Microsoft Exchange Online Protection (EOP) bewertet kontinuierlich und automatisch die Reputation der Absender-IP und kann bei nicht authentifizierten Absendern ein reputationsbasiertes Throttling (Verzögerung der Zustellung) anwenden.
In diesem Fall werden die Simulationsmails im Tenant des Kunden weder abgelehnt noch blockiert, sondern von Microsoft vorgelagert verzögert mit folgendem Antwortcode:
451 4.7.500 Server busy. Please try again later from [85.235.135.191].
Wichtige Merkmale dieses Phänomens:
- Es handelt sich um eine temporäre Verzögerung (Soft-Defer), keinen endgültigen Block und keine Blacklist: Die Nachrichten bleiben in der Warteschlange und werden erneut zugestellt.
- Es ist tenantübergreifend: Die Absender-IP ist gegenüber allen Microsoft 365-Empfängern betroffen, daher gibt es nichts im eigenen Tenant zu entsperren (die E-Mails erscheinen weder in der Quarantäne noch in den Logs des Tenants).
- Eventuelle von Microsoft angeforderte Maßnahmen (Delisting) sind nur temporär: Die Reputation wird automatisch neu bewertet und das Throttling kann erneut auftreten.
Für diesen spezifischen Fehler empfiehlt die offizielle Microsoft-Dokumentation (Fix NDR error 451 4.7.500-699 (ASxxx) in Exchange Online) als Lösung für den Administrator des empfangenden Tenants explizit die Konfiguration eines Connectors.
Mit dem Connector authentifiziert sich der Cyber Guru Versandserver beim Tenant über sein TLS-Zertifikat: Der Traffic gilt nicht mehr als "anonym" und das Throttling — das nur für nicht authentifizierte Absender gilt — wird nicht angewendet. Die Wirkung ist sofort und unabhängig von Maßnahmen oder Wartezeiten seitens Microsoft.
Warum diese Konfiguration auch sicherer ist
Die Authentifizierung über ein TLS-Zertifikat stellt eine Verschärfung der Kontrollen dar:
- Der Geltungsbereich ist begrenzt: Der Connector ist ausschließlich auf die für Phishing-Simulationen verwendeten Domains beschränkt.
- Die Identifikation erfolgt über ein von einer öffentlichen CA ausgestelltes TLS-Zertifikat mit verpflichtendem TLS: Ein stärkeres und besser überprüfbares Kriterium als das Vertrauen auf eine IP-Adresse.
- Anti-Spoofing: Mit dieser Einschränkung wird jede Nachricht, die eine der Simulationsdomains angibt, aber nicht das Cyber Guru Zertifikat präsentiert, vom Tenant abgelehnt.
- Ein einziges Zertifikat deckt alle Simulationsdomains ab und bleibt auch bei Änderung der Versand-IP gültig: Die Konfiguration muss nur einmalig vorgenommen werden.
- Es handelt sich um eine einzelne, dokumentierte Konfiguration, die jederzeit deaktiviert werden kann und vollständig in den Administrationswerkzeugen des Tenants nachvollziehbar ist.
Voraussetzungen
- Zugang zur Exchange Admin-Konsole mit Administratorrechten
- Liste der Cyber Guru Absenderdomains
- Domainname des TLS-Zertifikats des Cyber Guru Versandservers:
pmail.cyberguru.report
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WO FINDE ICH DIE KOMPLETTE LISTE DER ABSENDERDOMAINS?
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Detaillierte Anleitung
1. Zugriff auf die Microsoft Admin-Konsole
2. Navigieren Sie zu "Nachrichtenfluss > Connectors" und wählen Sie "+ Connector hinzufügen"
3. Wählen Sie die Option "Partnerorganisation" und Verbindung zu "Office 365", dann auf "Weiter" klicken
4. Geben Sie den Namen des Connectors "Cyber Guru Connector" ein, lassen Sie das Kontrollkästchen "Aktivieren" markiert und klicken Sie auf "Weiter"
5. Wählen Sie "Indem überprüft wird, ob die Absenderdomain mit einer der folgenden Domains übereinstimmt" und fügen Sie die Cyber Guru Absenderdomains hinzu
Fügen Sie alle Absenderdomains hinzu (verfügbar in der Plattform unter "Hilfe > Support - Knowledge"), indem Sie nach jeder Domain auf das "+"-Symbol klicken, dann auf "Weiter".
Hinweis: Die Domains müssen exakt wie angegeben eingegeben werden, ohne Wildcards oder Präfixe.
6. Aktivieren Sie die Überprüfung des TLS-Zertifikats
Im Bildschirm für Sicherheitseinschränkungen:
- Lassen Sie die Option "E-Mails ablehnen, wenn sie nicht über TLS gesendet werden" aktiviert (Standard).
- Wählen Sie die Option "Und verlangen, dass der Name im Zertifikat, das der Partner zur Authentifizierung mit Office 365 verwendet, mit diesem Domainnamen übereinstimmt" und geben Sie ein:
pmail.cyberguru.report
7. Überprüfen Sie die Zusammenfassung und klicken Sie auf "Connector erstellen"
8. Abschließende Überprüfung
Nach Abschluss der Konfiguration fordern Sie den Versand einer Test-E-Mail von der Plattform an, um die korrekte Zustellung zu überprüfen. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an den Cyber Guru Support für eine gemeinsame Konfigurations- und Testsitzung.
Wichtige Hinweise
- Der Connector ersetzt nicht die erweiterte Zustellung in Microsoft Defender, die weiterhin die wichtigste Konfiguration im gesamten Whitelisting-Prozess bleibt: 1. Erweiterte Zustellung (Microsoft Defender).
- Falls bereits ein Cyber Guru Connector auf Basis der IP-Adresse existiert, muss dieser mit der in diesem Artikel beschriebenen Zertifikatsprüfung aktualisiert werden: Die Identifikation über die IP-Adresse schützt nicht vor Throttling.